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Zukunftswerkstatt Schulhofgestaltung



Die Spielgeräte des ehemaligen OS-Schulhofes mussten in diesem Frühjahr den Mensa-Bauarbeiten weichen. Dort, wo heute noch die Baumaterialien für den Erweiterungsbau lagern, soll demnächst ein attraktiver Schulhof entstehen und die Schülerinnen und Schüler zur aktiven Pausengestaltung einladen. Auch der nördlich gelegene ehemalige Hauptschul-Schulhof ist sanierungsbedürftig.
Ziel ist ein Pausengelände, das von allen Schülerinnen und Schülern angenommen wird, auf dem sie sich wohlfühlen und gerne ihre Pausenzeiten verbringen. Dabei sollen sie einerseits ihren natürlichen Bewegungsdrang entfalten können, andererseits aber auch ruhige Rückzugsgebiete vorfinden.

Wer kann einen solchen Schulhof besser planen als die betroffenen Schülerinnen und Schüler selbst?
Dieser Gedanke der Partizipation liegt unserer Zukunftswerkstatt Schulhofgestaltung zu Grunde.

In einer Fragebogenaktion wurden im Vorfeld die Wünsche und Anregungen aller Schülerinnen und Schüler zur Schulhofgestaltung abgefragt.

Anfang November wurde das Vorhaben den Elternvertretern, den Mitarbeiterinnen des Fachdienstes Schulen der Stadt Norden und der Förderschule vorgestellt.

Die Zukunftswerkstatt fand am 29. November von 8.00 bis 18.00 Uhr unter der Moderation des Dipl. Sozialpädagogen/-arbeiter Martin Baumgartner-Heppner statt. Sie wurde vom Dipl. Sozialpädagogen/-arbeiter Markus Saathoff-Reents organisiert und vom PRINT-Projekt unterstützt.

52 Schülerinnen und Schüler der Hauptschule und der Förderschule hatten sich für die Teilnahme an dem Projekt beworben. Leider konnte nur die Hälfte von ihnen teilnehmen. Diese wurden nach dem Jahrgangsprinzip und durch Losentscheid ausgesucht. Unterstützt wurden sie von Lehrkräften und Elternvertretern der Hauptschule.

Nach dem "Kennenlernen" wurden die Teilnehmer mit den Regeln einer Zukunftswerkstatt vertraut gemacht. Im Vordergrund stand die gegenseitige Unterstützung innerhalb der Gruppe. Diesem Ziel dienten einige "Aufwärmübungen", die mit viel Spaß von Schülern, Lehrern und Eltern absolviert wurden.
In der sich anschließenden Kritikphase wurden die "schlimmsten" Ecken und Plätze auf den beiden Schulhöfen mit Fotos und Beschreibung erfasst und über die größten "Flops" abgestimmt.
Als Kritikpunkte wurden genannt: der Fahrradstand ist zu unsicher; es fehlen Sitzgruppen, ein Basketballplatz, Spielgeräte, Mülleimer sowie Unterstellmöglichkeiten für Busfahrschüler; die Schulhöfe sind zu wenig farbenfroh und zu wenig naturnah.
Nach einer kurzen Erfinderübung wurden die Ideen der Schülerinnnen und Schüler in Gruppen gesammelt. Diese wurden zur "Traumgalaxie" zusammengetragen.
In kleinen Gruppen wurden anschließend die vielen Ideen umgesetzt und aus einfachsten Materialien im Modell gebaut.
Im Anschluss wurden dann die Arbeitsergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert und von Ehsan Dorri und Ina Gessler aus dem SV-Team erläutert. Anwesend waren u.a. Vertreter der örtlichen Presse, Mitglieder des Stadtrates und der Stadtverwaltung sowie potentielle Sponsoren.
Der ganze Tag wurde von Sigi Rettcher, Leiter des Norder Jugendhauses, mit der Videokamera dokumentiert.

Mit dem Projekt "Zukunftswerkstatt Schulhofgestaltung" nimmt die Hauptschule am Wettbewerb des Deutschen Kinderhilfswerks "100 Ideen für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen" teil: www.dkhw.de
Bilder von der Zukunftswerkstatt finden Sie hier.
Ostfrisiescher Kurier vom 1. 12. 2005: Aus alten Balken neue Bänke bauen [607 KB]
Ostfriesenzeitung vom 1. 12. 2005: Schüler wünschen sich mehr Sicherheit und Farbe [11 KB]

Wie geht es weiter?

Ein Planungszirkel, dem Schüler, Lehrkräfte und Elternvertreter angehören, erarbeitet nach Durchführung der Zukunftswerkstatt die Punkte zur Umsetzung der Ideen. Er räumt Barrieren aus dem Weg und ist der weitere Motor zur Realisierung des Projektes.

Was ist eine Zukunftswerkstatt?

Zukunftswerkstätten sind aktive Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Gemeinsam können Bedürfnisse und Wünsche geäußert werden, aber auch Probleme angesprochen und nach Möglichkeit gelöst werden.
Zukunftswerkstätten fördern die Kommunikation zwischen den Generationen, das Engagement durch Beteiligung und ermöglichen eine bedarfsgerechte Planung.

In der Einstiegsphase erfolgen das gegenseitige Kennenlernen, die Klärung organisatorischer Fragen, die Festlegung von Regeln, die Vorstellung des Themas sowie die Artikulation von Erwartungen.

Die Kritikphase gibt Gelegenheit, Unzufriedenheit und Kritik an der gegenwärtigen Situation zu äußern, "Dampf abzulassen" und damit den Kopf frei zu machen für neue Ideen.

Voraussetzung für die Phantasiephase ist die Schaffung eines kreativen, experimentierfreudigen und angstfreien Klimas. Hier sollen ohne jedwede Bewertung die Ideen sprudeln.

In der Modellbauphase bauen die Kinder und Jugendlichen dreidimensionale Modelle, die Identifikation mit dem Vorhaben wird gefördert und sie beGREIFEN, worauf es ankommt.

In der Präsentationsphase werden die Modelle auf medienwirksame Weise vorgestellt, dadurch wird die Realisierung des Projektes vorbereitet. Eingeladen werden Eltern, Unterstützer, Architekten, Entscheidungsträger wie Behörden und Politiker und die Presse.



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