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Die BesserEsser

Die BesserEsser - ein Projekt zur gesunden Ernährung mit regionalem Bezug
www.die besseresser.de

18. April 2007: Die Rut- und Klaus-Bahlsen-Stiftung hatte das Modellprojekt "Gesunde Ernährung an Ganztagsschulen in Niedersachsen" in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Kultusministerium landesweit ausgeschrieben und die Hauptschule Norden konnte mit ihrem Konzept überzeugen: Mit 480 000 Euro fördert die Stiftung das auf fünf Jahre angelegte Projekt Die BesserEsser an der Hauptschule Norden. Das Land stellt zusätzlich 10 Lehrerstunden pro Woche zur Verfügung. Der Vertrag wurde heute in Hannover unterzeichnet.
Schüler/Innen und Eltern sollen sich mit ihrem Ernährungsverhalten auseinandersetzen und Möglichkeiten der Veränderung im eigenen Verhalten erkennenn.

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Vertragsunterzeichnung in Hannover: Vorstandsvorsitzender der Rut- und Klaus-Bahlesen-Stiftung Prof. Dr. Prof. Dr. Burkhard Huch, Kultusminister Bernd Busemann, Bürgermeisterin Barbara Schlag, Fördervereinsvorsitzende Monika Bauer und Schulleiter Lenhard Janssen (Foto: Pressestelle Nds. Kultusministerium)

Die BesserEsser ziehen in die Hauptschule ein!!

Ausgangssituation

Die Stadt Norden ist eine ländliche Kleinstadt direkt an der Nordsee. Sie hat 25.000 Einwohner und sehr viele leben vom Tourismus. 80% der Stadtfläche wird landwirtschaftlich genutzt.
Die Hauptschule Norden ist die einzige Hauptschule vor Ort. Mit über 400 SchülerInnen und 45 LehrerInnen und pädagogischen MitarbeiterInnen ist sie am Rande der Stadt ansässig. Gemeinsam mit der Förderschule für Lernhilfe bildet die Hauptschule das Schulzentrum Wildbahn.
Aufgrund der SchülerInnenzusammensetzung (1/4 haben Migrationshintergrund und 36% der Familien erhalten Hartz IV) hat das Kollegium schon seit Jahren Präventionsansätze erarbeitet und umgesetzt. Seit über 10 Jahren wird hier erfolgreich mit präventiven Konzepten der Benachteiligung der Schüler und Schülerinnen entgegen gewirkt. Seit 8 Jahren gibt es an vier Nachmittagen Arbeitsgemeinschaften für die SchülerInnen.
Soziales Lernen und Partizipation der SchülerInnen und auch der Eltern sind Grundsätze der Schule. Im Laufe der Zeit wurden aus vielen Projekten, wie Lernwerkstatt, Teestube, Aktive Pausengestaltung, Streitschlichter, Zukunftswerkstätten und noch viele weitere, das pädagogische Konzept der Hauptschule Norden erarbeitet. Die Wirksamkeit wurde uns durch den sog. „Schul TÜV“ bescheinigt.
Es ist uns bewusst, dass viele SchülerInnen ohne Frühstück zur Schule kommen. Die Pausenbrote bestehen häufig aus Süßigkeiten oder stark zuckerhaltigen Getränken, wenn Eltern überhaupt etwas mitgeben. Ein Teil unserer SchülerInnen bekommt mittags nach der Schule zu Hause kein Essen. Daher wurde auch das Thema Ernährung mit verschiedenen Projekten immer wieder in den Schulalltag integriert.
Seit Jahren wirken wir durch Verkauf von belegten Brötchen und Milchprodukten zum Selbstkostenpreis in den Pausen und dem Mittagstisch an drei Tagen in der Woche diesem Zustand entgegen.
Durch den Neubau der Mensa und der Anerkennung als Ganztagsschule sind neue Formen der Verpflegung möglich, so dass wir den Bereich gesunde Ernährung zu unserem Thema machen.
Da die Stadt Norden sich verstärkt für Ernährung und Bewegung in Kindertagesstätten und Grundschulen einsetzen möchte, sehen wir mit unserem Projekt eine breite Basis in der Kommune. Darüber hinaus soll auf den bisherigen Erfahrungen im Bereich der Kooperation und Vernetzung mit anderen Einrichtungen (Regionales Pädagogisches Zentrum, ALICERA, Landwirtschaftskammer, Region aktiv e.V., Kreisvolkshochschule) aufgebaut werden. Das Projekt „BesserEsser“ kann so Modellcharakter erwerben und wird kein Projekt, das mit dem Laufzeitende „in den Schrank zu den anderen“ gestellt wird, sondern der Nachhaltigkeitsfaktor wird zum wichtigen Bestandteil im Rahmen der Planung und Umsetzung des Ernährungsprojektes.

Zielsetzung

Für SchülerInnen und Erwachsene soll es zum Alltag gehören, bewusst einen Beitrag zur Gesunderhaltung des eigenen Körpers zu leisten.

SchülerInnen und Eltern sollen sich mit ihrem Ernährungsverhalten auseinandersetzen und Möglichkeiten der Veränderung in der eigenen täglichen Ernährung kennen lernen.

Alltagswissen über die regionale Produktion von Nahrungsmitteln soll geschaffen werden.

In der Schule sollen gesunde Ernährungsprodukte -möglichst aus der Region- angeboten werden.

Bisherigen Kooperationen sollen zu einem tragfähigen Netzwerk zwischen Kindertagesstätten, Grundschulen und weiterführenden Schulen ausgebaut werden. Auf diese Weise kann ein lebendiges lokales Bündnis für gesunde Ernährung mit regionalem und ökologischem Bezug geschaffen werden.

Durch eine Dokumentation des Projektverlaufes, durch die Erstellung von Unterrichtsmaterialien und eines Kochbuches können die Ergebnisse des Projektes nachhaltig gesichert werden und anderen Interessierten zur weiteren Verwendung bereitgestellt werden.



Durchführung des Projektes

Der Erfolg des Projektes kann nur gewährleistet werden, wenn auf einer breiten Basis ganzheitlich gearbeitet wird. Die Leitidee ist, gemeinsam mit Kooperationspartnern das Thema Ernährung auf Schüler-, Eltern- und Schulebene und im sozialen Umfeld zu öffnen.
Auftakt des Projektes soll es daher sein, gemeinsam mit den Beteiligten Inhalte der Module (siehe unten, Bausteine der Hauptschule) zu konkretisieren. Es gilt Arbeitsstrukturen zu schaffen, in denen die Maßnahmen zur Erreichung der Projektziele geplant, umgesetzt und reflektiert werden. Sinnvoll ist es, die Reflektion der einzelnen Projektschritte nicht nur mit dem Blick der Beteiligten sondern darüber hinaus durch Personen „von außerhalb“ zu tun.
Räumlich angesiedelt werden soll das Projekt in die Hauptschule Norden, da der Förderverein dieser Schule als Träger des Projektes fungiert. Die praktische Umsetzung der einzelnen Module findet in den jeweilige Einrichtungen statt.

Baustein I:

Die BesserEsser und das gesunde Frühstück / 5. und 6. Jahrgang

In den Jahrgangstufen 5 und 6
erarbeiten die SchülerInnen die Schwerpunkte des gesunden Frühstückes. Hierzu zählen die Bestandteile eines gesunden Frühstückes und ihre Wirkungsweise z. B. auf die Konzentration im Unterricht. Da in diesen Jahrgangsstufen noch kein Hauswirtschaftsunterricht erteilt wird, werden die Schwerpunkte im Rahmen von Projekttagen und –wochen erarbeitet.
Gleichzeitig werden die regionalen Bezüge zu den Lebensmitteln hergestellt, indem umliegende Bauernhöfe besucht werden. Diese Exkursionen sind Teil des Unterrichtes. Durch Angebote im Nachmittagsbereich wird die Verbindung von Ernährung, Gesundheit und Sport hergestellt.
Auf Ebene der Eltern werden Informationsabende zum Thema Ernährung und Bewegung angeboten.
Zum Abschluss werden in dieser Jahrgangsstufe im Rahmen des Kunstunterrichts Plakate zum Thema „Gesundes Frühstück – macht fit in der Birne“ oder „Gutes im Bauch ist besser für die Birne“ o. ä. erstellt werden.
Kooperationspartner sind in diesen Jahrgangsstufen:
-
Ernährungsberatung der Krankenkassen vor Ort
- Die Landfrauenvereinigung
- Das Projekt Alicera (Lernen auf dem Bauernhof)
- Vertreter von örtlichen Sportvereinen

Baustein II:

Die BesserEsser kochen lecker und gesund! / 7., 8. und 9. Jahrgang

In den Jahrgangsstufen 7, 8 und 9
wird im Rahmen der Wahlpflichtkurse „Hauswirtschaft“ das Thema „Gesunde Ernährung“ angeboten.
Die Arbeitsinhalte sind u.a.

Was hat Ernährung mit mir zu tun – ich bin doch gesund!?

Wie soll meine tägliche Ernährung aussehen?

Muss ich auf Fastfood verzichten?

Welche regionalen Produkte gibt es vor Ort zu kaufen und wie werden sie hergestellt und zubereitet?

Welche Essstörungen gibt es und wo bekommt man Hilfe?

Was hat Sport mit Ernährung zu tun?

Welcher Sport tut mir gut und wie oft?

Welche Berufe gibt es im Arbeitsfeld Ernährung und wo kann ich sie erkunden?



Baustein III:

DieBesserEsser und die Salatbar

Im Rahmen der Wahlpflichtkurse „Hauswirtschaft“ und in Zusammenarbeit mit den Fächern „Arbeit/Wirtschaft“, „Kunst“ und „Sport“ werden darüber hinaus folgende Schwerpunkte angestrebt:

Es wird eine Salatbar an den Mensatagen eingerichtet, die aus regionalen und saisonalen Produkten besteht.

Saisonal werden Säfte und Gemüsekisten hergestellt und verkauft. Dieses geschieht in Kooperation mit den Hofläden vor Ort.

Somit kann eine Schülerfirma entstehen die regionale Produkte herstellt und vertreibt.

Ein Einkaufsführer mit Hofläden und Läden, die regionale Produkte verkaufen, soll entstehen.

Es werden Kalender mit saisonalen Lebensmitteln und ein Kochbuch erstellt.

In Kooperation mit den Sportvereinen vor Ort werden Fitnesstests und – übungen angeboten.



Auf der Ebene der Eltern werden Informations- und Aktionsabende angeboten. Schwerpunkt ist hierbei die Sensibilisierung für Bewegung und bewusste Ernährung zur Förderung der körperlichen und geistigen Fitness und Gesundheit. Praktisch werden Eltern gemeinsam mit ihren Kindern regionale Lebensmittel zubereiten.

Da wir eine Schule mit 16 Nationen sind, sollen nicht nur die regionalen Speisen zubereitet werden, sondern auch Speisen aus den Herkunftsländern unsere SchülerInnen. Hier soll die „Internationale Woche“, wie sie kürzlich durch die Stufe 9 organisiert wurde, fortgesetzt und um Veranstaltungsabende für die Eltern auch der jüngeren Jahrgangsstufen erweitert werden.

Baustein IV:

Die BesserEsser und der gesunde Start in den Vormittag / Jg. 10

Auf Ebene der Schule werden wir das gesunde Frühstück ausbauen. Das bedeutet, die SchülerInnen können schon vor dem Unterricht ein gesundes Frühstück (zum Selbstkostenpreis) erhalten. Es wird Obst und Gemüse angeboten und es soll ein Wasserspender installiert werden, der die SchülerInnen kostenlos mit Wasser versorgt. Insbesondere die Schülerinnen der Stufe 10 können hier Unterstützung leisten und größtenteils in Eigenregie dieses Angebot gestalten.

Baustein V:

Die BesserEsser und die Großen

Um eine erfolgreiche und nachhaltige Wirkung des Vorhabens „Gesunde Ernährung“ zu erzielen, ist es uns wichtig, dass alle an Schule beteiligten Personen sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Über das Regionale Pädagogische Zentrum in Aurich können Lehrkräfte an Fortbildungen teilnehmen und die Arbeitsinhalte in die unterschiedlichen Kollegien tragen. Zur Erstellung von Unterrichtsmaterialien ist eine Vernetzung mit dem Arbeitskreis Hauswirtschaft / Ossvita des RPZ anzustreben.

Baustein VI:

Die BesserEsser und die anderen

Aufgrund der Planung der Stadt Norden auch in den Kindertagesstätten den Bereich Ernährung und Bewegung zum Thema zu machen (geplant ist u.a. ein „Bewegungspass“ als flächendeckendes Bewegungsangebot zu implementieren), ergibt sich ein lokales Bündnis von Bildungseinrichtungen, welche sich mit Ernährung und Bewegung auseinander setzt.
Durch die gezielte Koordination der Projekt-Fachkraft der HS Norden entsteht ein lokales Netzwerk, das kompetent zur Verbesserung der Ernährungssituation beiträgt.
Die Kindertagesstätten und die Grundschulen haben die Möglichkeit am Mittagsessen in der Mensa teilzunehmen. Kurse zur bewussten Ernährung und zur Fitness werden angeboten. Diese werden von der Fachkraft der Hauptschule vor Ort, als auch von Sportvereinen und anderen Bildungsträgern angeboten. Sie richten sich sowohl an die Eltern als auch an die LehrerInnen, ErzieherInnen und Sozialpädagogen.

Unsere bisherigen KooperationspartnerInnen vor Ort

die Landfrauen in Vertretung von Frau Rode (Landwirtschaftskammer Aurich)

Alicera-Mitarbeiterin Frau Peters („Unterricht auf dem Bauernhof“)

der Elternrat der Hauptschule Norden

der Förderverein der Hauptschule Norden

die Stadt Norden als Schulträger

das Gesundheitsamt Norden

die Gesundheitskasse AOK

das Regionale Pädagogische Zentrum der Ostfriesischen Landschaft in Aurich

die Sportvereine vor Ort



Durch die Kooperation mit den Kindertagestätten, Grundschulen und anderen Schulen entsteht ein Netzwerk, das auch nach Abschluss des Projektes tragfähig ist. Es wird auf allen Ebenen für das Thema Ernährung sensibilisiert und die Kompetenzen aller Beteiligten erweitert. Durch die Verbindung von Ernährung und Sport wird aktiv Essstörungen entgegen gewirkt und somit präventiv gearbeitet.
Durch die Unterstützung des Gesundheitsamtes und der Gesundheitskasse werden auch Hilfsangebote aufgezeigt, die intervenieren.
Das Projekt wirkt nachhaltig in das Lebensumfeld der jungen Menschen, deren Eltern und der Bildungseinrichtungen in Norden.

Zeitplan des Projektes:

Unter Berücksichtigung der Vorbereitungs-, Anlauf-, Durchführungs- und Ergebnissicherungsphase ist eine Laufzeit von 5 Jahren wünschenswert.

Stand: 22. 04. 2007


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