LERNEN-LEHREN-LEBEN
Das Konzept der Hauptschule Norden
beinhaltet verschiedene
Arbeitsrichtungen zur Förderung eines
Schullebens, durch das
LERNEN und LEHREN im Alltag erleichtert
werden.
Schlagwörter wie Beratungsnetzwerke,
Konstruktive
Konfliktlösungen, Mediation,
ProSoziales Klima werden in der
Hauptschule
Norden täglich mit Inhalt gefüllt.
Ä
einzige
HS in Norden (Norden 26 000 Einw., in strukturschwacher Gegend, aufstrebende
Tourismusindustrie, hohe Arbeitslosigkeit)
Ä
ca.
30 % SchülerInnen mit Migrationshintergrund, SchülerInnen aus 31 Nationen besuchen bzw. besuchten bisher
die Hauptschule Norden
Ä
ca.
50 % der SchülerInnen haben in der Grundschule eine Klasse wiederholt oder in
anderer Form eine negative Schulgeschichte hinter sich
Ä
ein
Drittel der Elternschaft ist von Arbeitslosigkeit betroffen, ein Drittel der
Elternschaft bezieht Sozialhilfe, ein Drittel
der SchülerInnen lebt nur bei der Mutter oder nur beim Vater
II. Die Ausgangssituation
der Hauptschule Norden Ende der 80er Jahre
Ä
Gesellschaftliche
und arbeitsmarktpolitische Veränderungen führten Ende der 80er Jahre zu einer veränderten Ausgangssituation für
die Arbeit an der Hauptschule.
Ä
Unterricht
wurde zunehmend schwieriger, Unterrichtsstörungen traten vermehrter und
massiver auf.
Ä
Die
Zahl der SchülerInnen mit bestimmten
Auffälligkeiten (motorische Unruhe, Unkonzentriertheit, Lernunlust,
Aggressionen, Leistungsschwächen, Schulabsentismus) stieg an.
Ä
Die
Belastungen im Schulalltag für Lehrer und
Lehrerin nahm erheblich zu.
Ä
Sozialpädagogische
Arbeit wurde als dringend notwendig angesehen, um in den Klassen eine
Lernatmosphäre herzustellen, in der jede/r zu seinem Recht kommt.
In vielen Gesprächen ist dem Kollegium klar geworden:
Wir müssen aktiv werden!!
Ä Die SchülerInnen erhalten eine umfassende Grundbildung.
Ä Die SchülerInnen lernen selbstständig zu lernen.
Ä Wir holen die SchülerInnen da ab, wo sie stehen.
Ä Wir erkennen Stärken der SchülerInnen und bauen diese aus.
Ä Wir schaffen eine angstfreie und vertrauensvolle Atmosphäre des Lernens.
Ä
Es
ist uns wichtig, dass LehrerInnen viel Zeit für Probleme und Bedürfnisse der
SchülerInnen haben und unterstützend wirken.
Ä Die Probleme des Schulalltages können nur in Zusammenarbeit mit den Schülerinnen, den Eltern und verschiedenen Institutionen gelöst werden.
Ä Unsere Schule ist offen für wirtschaftliche und kulturelle Institutionen aus der Region.
Wir
brauchen Steine zum Wege pflastern.
Einige sind schon
da:
Grundsteine / Verständnis:
Ä
Verantwortung
tragen alle / jede/r
Ä
Wir
haben das „Klassenlehrerprinzip“
Ä
Epochaler
Unterricht
Ä
Die
Schulleitung arbeitet transparent
Ä
Die
LehrerInnen arbeiten transparent
Um den Weg gemeinsam weiter zu bauen, brauchen wir neue Bausteine und vor allem einen Plan:
Der Plan wird
gemeinsam in geschaffenen Räumen erarbeitet, z. B. in:
Ä
Monatlichen
Dienstbesprechungen
Ä
Pädagogischen
Konferenzen
Ä
Arbeitsgruppen
Ä
Schulinterne
Lehrerfortbildungen
Der
Weg nimmt Formen an.
Bausteine
wurden entwickelt:
Ä
Außerunterrichtliche
Bausteine am Vormittag:
·
Teestube
in den Pausen
·
Schachspiel
in den Pausen
·
Pausendisco
durch die Schülervertretung
·
Büchereinutzung
in den Pausen
·
Computernutzung
in den Pausen
·
Lernwerkstatt
/ Intranet
·
Beratung
·
Streitschlichtung
·
VertrauensschülerInnen
Ä
Außerunterrichtliche
Bausteine am Nachmittag
·
schulformübergreifende
(Hauptschule und Förderschule) freiwillige Arbeitsgemeinschaften mit
·
gemeinsamen
Mittagessen
Ä
Unterrichtliche
Bausteine
·
Sozialtraining
·
Fördermaßnahmen
·
Interventionsmaßnahmen
Ä
Baustein
Lehrerfortbildungen
Ä
Baustein
Beratung
·
Beratungslehrerin
·
Sozialpädagogen
/ PRINT
·
Jugendsprechstunde
·
Helferkonferenz
·
Beratung
durch externe Fachleute
·
Ä
Baustein
Öffnung der Schule
·
Zusammenarbeit
mit Institutionen der Jugendhilfe
·
Zusammenarbeit
mit der Wirtschaft, der Kommune und dem Arbeitsamt
Ä
Baustein
Prävention- und Intergrationsprojekt (PRINT)
Ä
Baustein
unterrichtliche Berufsqualifizierungsmaßnahmen
·
2-3
Schülerbetriebspraktika
·
AWT-Unterricht
·
Berufsberatung
·
Siehe
unten
Ä
Projekt
„Stärkung der Hauptschule“
·
Assessmentcenter
·
Bewerbungstraining
BEST
·
Berufsorientierung
·
Individuelle
Förderung
Ä
Baustein
Förderklassen / Internationale Klassen
V. Grenzen des Weges
Ä
Bausteine
werden nicht angenommen.
Ä
Bausteine
werden oder müssen verworfen werden.
Ä
Bausteine
sollen hinzukommen, aber sie lassen auf sich warten.
Ä
Wo
SchülerInnen mittelfristig selbst organisieren oder verwalten sollen und/oder
wollen, klappt die Umsetzung oft nur ansatzweise.
Ä
Nicht
alle Kollegen/innen nutzen alle Teile des Konzeptes.
Ä
ES
gibt Kollegen/innen, die nur geringe oder gar keine Beiträge für die
Entwicklungsarbeit leisten, aber den Nutzen/die Fortschritte genießen – oder
auch nicht.
Ä
Manche
Bausteine können nur durch das Engagement einzelner genutzt werden oder lassen
sich nur durch Selbstausbeutung verwirklichen.
Ä
Die
Kontinuität der Bausteinnutzung ist nicht immer gegeben.
Ä
Steigende
Mehrbelastungen in den letzten Jahren durch Erlasse oder andere Vorgaben führen
das Kollegium an Leistungsgrenzen.
Ä
unzureichende
finanzielle Möglichkeiten zur Raumgestaltung
VI. Zwischenbilanz
Ä
SchülerInnen
und LehrerInnen sind für konstruktive
Bewältigung von Konfliktsituationen sensibilisiert.
Ä
SchülerInnen
sind freundlicher und aufmerksamer im Umgang miteinander.
Ä
es
gibt weniger Aggressivität, weniger Zerstörung von Materialien
Ä
Das
Verhältnis zwischen LehrerInnen und SchülerInnen ist persönlicher geworden.
Ä
In
vielen Unterrichtsstunden herrscht eine positive Lernatmosphäre.
Ä
LehrerInnen
pflegen bewusst die Gesprächskultur untereinander.
Ä
Grenzen
der Belastbarkeit von Kollegen/innen sind erreicht, die Aufbruchstimmung ist nicht mehr
vorhanden.
Ä
Die
Bedingungen für eine Weiterführung der Arbeit ist durch die sich
verschlechternden Bedingungen aufgrund der Schulstrukturreform gefährdet.
Ä
Antrag
2004 auf "Ganztagsschule" wird voraussichtlich nur räumliche
Bedingungen, keine personellen, schaffen.
Beate Lüppen, Beratungslehrerin
Anlage:
Beratungsnetzwerk