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Aurich 22.02.2006 Hauptschüler lernen sich besser kennenVon Heidi Janssen MODELLPROJEKT Achtklässler durchlaufen bei der
Volkshochschule Norden ein Assessment-Center Ziel soll es sein, den Jugendlichen über eine Analyse
ihrer Stärken und Schwächen neue Perspektiven für die Berufswahl zu
eröffnen. Norden - Projektleiter Olaf Topf kennt das. Auf seine Eingangsfrage: „Was kannst Du gut?“ reagieren die meisten Schüler erst einmal mit einem ratlosen Schulterzucken. Ihre Schwächen hat der Schulalltag den Hauptschüler meist aufgezeigt. Aber wo ihre Stärken liegen, wissen die Jugendlichen oft nicht. Hier setzt die Kreisvolkshochschule Norden mit ihrem Modellprojekt „Fit for Job“ an. Derzeit durchlaufen rund 100 Achtklässler der Hauptschule in Norden bei der KVHS ein so genanntes Assessment-Center. Es soll ihnen helfen zu erkennen, was sie gut können, wo ihre Schwächen liegen und welcher Beruf ihnen vielleicht liegt. „Viele Jugendliche sind bezüglich ihrer Berufswahl sehr unschlüssig oder sie haben völlig falsche Vorstellungen“, hat Karl-Heinz Janssen, zuständig bei der VHS für die Berufsorientierung, festgestellt. Das sei einer der Gründe gewesen, das innovative Projekt in Kooperation mit den allgemein bildenden Schulen ins Leben zu rufen. Es soll nicht nur an Hauptschulen angeboten werden. Ab März wird das Projekt auch am Ulrichsgymnasium Norden im Ganztagsangebot der Schule laufen. Das Landesjugendamt gibt Geld dazu. „Sonst wäre das auch nicht zu finanzieren gewesen“, erklärt Jürgen Glückhardt, stellvertretender VHS-Leiter. Denn das Verfahren ist aufwändig und personalintensiv. Die Jugendlichen sind eine Woche lang bei der VHS. In einem theoretischen Teil müssen sie in der Gruppe verschiedene Aufgaben lösen. Dabei werden sie von geschulten Beobachtern wertungsfrei eingeschätzt. „Da wird schnell deutlich, ob ein Schüler strukturiert arbeitet, ob er eine Führungsrolle übernimmt oder welches soziale Verhalten er an den Tag legt“, erläutert Topf. Diese Beobachtungen fließen in eine individuelle Stärken- und Schwächenanalyse ein. Bei einem fachpraktischen Teil können die Jugendlichen verschiedene Berufe erkunden. Mancher Schüler erfährt dabei, dass er Dinge kann, von denen er gar nichts wusste. Mit einen Bewerbungstraining schließt die Woche ab. Das Ergebnis der Bestandsaufnahme erhält jeder Schüler am Ende schwarz auf weiß. „Das ist auch ein Ansatzpunkt für uns, mit dem wir weiterarbeiten können“, zeigt Elke Düselder, Sozialpädagogin an der Hauptschule und verantwortlich für den Bereich Berufsorientierung, einen weiteren Vorteil. Die Einschätzung sei eine „große Hilfe und Unterstützung“ für die weitere Berufsplanung mit den Jugendlichen. |