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Emden 16.06.2005 Hoffen auf ein Signal aus HannoverVon heidi Janssen ENGAGEMENT Hauptschule Norden kämpft ums
Nachmittagsangebot / Lehrerstunden fehlen Ein Jahr lang hat die Einrichtung ihr Angebot für die
Schüler mit Spenden am Leben erhalten. Gestern stellten die Jugendlichen
vor, was sie in den Kursen gemacht haben. Norden - Die Karateka schickten sich mit gekonnten Schulterwürfen auf die Matte. Die Konfliktlotsen lösten ein kniffliges Schülerproblem. Die Schulband spielte und die Kreativgruppen zeigten an verschiedenen Ständen ihre Bilder und Objekte. Die Schüler der Hauptschule Wildbahn in Norden präsentierten gestern öffentlich, was sie nachmittags alles an der Schule machen. Rund 70 bis 80 Jugendliche besuchen regelmäßig freiwillig das Nachmittagsangebot, das ihnen die Schule an drei Nachmittagen in der Woche macht. Sie können dabei aus rund 20 verschiedenen Kursangeboten wählen. Ob die Ganztagsschule ihren Schülern dieses Angebot auch im neuen Schuljahr machen kann, ist noch offen. „Wir hoffen auf ein Signal aus Hannover“, sagte gestern Schulleiter Lenhard Janssen. Seit einem Jahr ist die Hauptschule offiziell Ganztagsschule. Trotzdem ist das vielfältige Nachmittagsangebot, das von der Hausaufgabenhilfe über Sport zu Tanz und Handwerk reicht, gefährdet. Seit fast einem Jahr hält es die Schule dank Spenden und Kooperationen am Leben. „Wir sind betteln gegangen“, sagt Janssen schlicht. So konnten fehlende Lehrerstunden durch Honorarkräfte aufgefangen werden. Lenhard Janssen: „Wir brauchten 25 000 Euro, und die haben wir auch zusammenbekommen. Jetzt ist das Geld aufgebraucht.“ Der Schulleiter hofft, auf die Politiker im Landtag und ein positives Votum für eine bessere personelle Ausstattung der Hauptschulen. Der niedersächsische Kultusminister habe seinen Besuch für das neue Schuljahr angekündigt. Dann will die Wildbahnschule auch ihm zeigen, was während der Nachmittage dort alles los ist. Gestern präsentierten die Schüler vor allem den Förderern und Spendern das Angebot und sagten Dankeschön für die Unterstützung. Geld gaben neben dem Landkreis Aurich, verschiedene Serviceclubs und Stiftungen. Firmen spendeten. Der Erlös des Weihnachtsdorfes ging an die Schule. Auch zahlreiche Einzelpersonen spendeten. Die Kirche, der Kinderschutzbund und die Kunstschule entwickelten gemeinsam mit der Schule zusätzliche Projekte. „Es muss einfach weitergehen“, machte sich Lenhard Janssen für das Programm stark. In erster Linie sei das Land gefragt, für mehr Lehrerstunden zu sorgen. „Aber wenn alles nichts hilft, müssen wir eben noch einmal betteln gehen.“ |