Ostfriesischer Kurier vom 11. 11. 2005

 

Plädoyer für Print-Projekt

 

Jugendhilfeausschuss des Landkreises für Fortführung

 

Großheide/mm – Die Mitglieder des Jungendhilfeausschusses des Landkreises Aurich waren sich gestern einig: Das Print-Projekt an den Schulen in Norden (Haupt- und Förderschule Wildbahn), Großheide (Haupt-, Real- und Förderschule) sowie in Moordorf (Förderschule) muss fortgeführt werden. Die Finanzmittel laufen allerdings nur bis Ende nächsten Jahres. Auf Antrag der SPD soll der Landkreis das Land Niedersachsen auffordern, auch darüber hinaus Mittel bereitzustellen und zwar ungekürzt, wenn möglich sogar noch aufgestockt. Wie Kreisrat Harm-Uwe Weber mitteilte, habe das Land bereits signalisiert, seinen Beitrag zu leisten.

Der Landkreis hat in den letzten fünf beziehungsweise sechs Jahren insgesamt rund 300 000 Euro in das Print-Projekt investiert. Der Anteil der Kommunen Norden, Großheide und Südbrookmerland seien in diesem Zeitraum vergleichsweise gering ausgefallen (60 000 Euro), betonte Weber.

„Viel Geld, aber auch gut investiertes Geld“, sagte Wildbahn-Schulsprecher Ehsan Dorri aus Norden. Jeder wisse, wie wichtig die Arbeit sei. Sie müsse weitergeführt werden. „Das Geld ist sinnvoll angelegt“, sagte er unter dem Beifall von Politikern und Zuschauern. Vorher hatten diverse Projekt-Beteiligte und Schulleiter auf die besondere Bedeutung von Print hingewiesen. Markus Saathoff von der Norder Wildbahn hatte eingehend die einzelnen Bausteine des Vorhabens erläutert.

Ziel von Print ist, die Entwicklungsmöglichkeiten, insbesondere der gefährdeten und benachteiligten jungen Menschen durch lokale Präventions- und Integrationsmaßnahmen gezielt und nachhaltig zu verbessern. Dies werde in verschiedenen Einzelmaßnahmen umgesetzt, wie zum Beispiel Nachmittagsangebote, Sportfeste, Mädchen- und Jungenprojekte.

Die Mitarbeiter an den Schulen hätten inzwischen ein breites Netzwerk aufgebaut, das mit Präventionsräten, der Jugendhilfe, der Arbeitsagentur, der Polizei oder mit örtlichen Sponsoren und kommunalen Verbänden korrespondiere, teilte Saathoff mit. Gewalt- und Konfliktpotentiale seien reduziert und die Integration junger Menschen verbessert worden. Das Print-Projekt habe wesentlich mitgeholfen, Vorurteile zwischen Ausländern und Deutschen oder zwischen Behinderten und Nichtbehinderten abzubauen. Bliebe die Förderung aus, würden die längst festgezurrten Strukturen gefährdet und sie würden vollends zusammenbrechen. Wie wichtig Integration sei, mache das aktuelle Beispiel in Frankreich deutlich. Die nächtlichen Unruhen seien die Auswirkung falscher Integration, hieß es gestern in Großheide.