Ostfriesischer Kurier vom 10. November 2005
Plädoyer für Print-Projekt
Jugendhilfeausschuss
des Landkreises für Fortführung
Großheide/mm – Die Mitglieder des Jugendausschusses des Landkreises
Aurich waren sich gestern einig: Das Print-Projekt an den Schulen in Norden
(Haupt- und Förderschule Wildbahn), Großheide (Haupt-, Real- und Förderschule)
sowie Moordorf (Förderschule) muss fortgeführt werden. Die Finanzmittel laufen
allerdings nur bis Ende nächsten Jahres. Auf Antrag der SPD soll der Landkreis
das Land Niedersachsen auffordern, auch darüber hinaus Mittel bereitzustellen,
und zwar ungekürzt, wenn möglich sogar
noch aufgestockt. Wie Kreisrat Harm-Uwe Weber mitteilte, habe das Land bereits
signalisiert, seinen Beitrag zu leisten.
Der Landkreis hat in den letzten fünf bzw. sechs Jahren
insgesamt rund 300 000 Euro in das Print-Projekt investiert. Der Anteil der
Kommunen Norden, Großheide und Südbrookmerland seien in diesem Zeitraum vergleichsweise
gering ausgefallen (60 000 Euro), betonte Weber.
„Viel Geld, aber auch gut investiertes Geld“, sagte
Wildbahn-Schulsprecher Esan Dorri aus Norden. Jeder wisse, wie wichtig die Arbeit
sei. „Das Geld ist sinnvoll angelegt“, sagte er unter dem Beifall von
Politikern und Zuschauern. Vorher hatten diverse Projekt-Beteiligte und Schulleiter
auf die besondere Bedeutung von Print hingewiesen. Markus Saathoff von der
Norder Wildbahn hatte eingehend die einzelnen Bausteine des Vorhabens
erläutert.
Ziel von Print ist, die Entwicklungsmöglichkeiten,
insbesondere der gefährdeten und benachteiligten jungen Menschen durch lokale
Präventions- und Integrationsmaßnahmen gezielt und nachhaltig zu verbessern.
Dies werde in verschiedenen Einzelmaßnahmen umgesetzt, wie zum Beispiel
Nachmittagsangebote, Sportfeste, Mädchen- oder Jungenprojekte.
Die Mitarbeiter an den Schulen hätten inzwischen ein
breites Netzwerk aufgebaut, das mit Präventionsräten, der Jugendhilfe, der Arbeitsagentur,
der Polizei oder mit örtlichen Sportvereinen und kommunalen Verbänden
korrespondiere, teilte Saathoff mit. Gewalt- und Konfliktpotenziale seien
reduziert und die Integration junger Menschen verbessert worden. Das
Print-Projekt habe wesentlich mitgeholfen, Vorurteile zwischen Ausländern und Deutschen
oder zwischen Behinderten und Nicht-Behinderten abzubauen. Bliebe die Förderung
aus, würden die längst festgezurrten Strukturen gefährdet und sie würden
vollends zusammenbrechen. Wie wichtig Integration sei, mache das aktuelle
Beispiel in Frankreich deutlich. Die nächtlichen Unruhen seien die Auswirkungen
falscher Integration, hieß es gestern in Großheide.